Seite auswählen

Sektorenkopplung –
Drei ausgezeichnete Lösungen aus der Praxis für Gewerbe und Wohnungswirtschaft

11. solbat-Anwenderforum
4. – 5. Juli 2017 in Basel

inkl. Führung durch das erste energieautarke Mehrfamilienhaus der Welt

Kooperationspartner:
IWB Industrielle Werke Basel – Pfenning Elektroanlagen

Viele Gebäudeeigentümer wollen unabhängig werden von staatlichen Förderprogrammen und Markpreissteigerungen. Die Sektorenkopplung von Strom und Wärme bieten hierfür vielfältige Möglichkeiten.

Auf dem 11. solbat-Anwenderforum stellen Hersteller und Planer drei verschiedene Lösungen aus der Praxis vor, wie Sonnenenergie kurzfristig und langfristig gespeichert werden kann, bis hin zur vollständig autarken Energieversorgung mit Strom und Wärme. Ergänzend dazu stellt der Gastgeber IWB Ergebnisse von ihrem Simulationsprojekt IRPsim für die Stadt Basel vor.

PV 2 Heat – der innovativer Wärmespeicher für die PV-Nutzung in Ein- und Mehrfamilienhäusern

wärmespeicherDie erste Lösung besteht aus einem innovativer Wärmespeicher, mit dem der überschüssige Sonnenstrom für die Warmwasserzeugung genutzt werden kann. Damit können auch Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser den Sonnenstrom von ihrem Dach zu 100 % selber nutzen und auf staatliche Förderungen verzichten.

Statt des üblichen Heizstabs wird hier allerdings ein Durchlauferhitzer verwendet. Welche Vorteile diese Lösung hat, wie sie geplant wird und welche Autarkie in der Praxis erreicht wird, stellt Joachim Kreuz, Inhaber und Geschäftsführer von Bad & Heizung Kreuz GmbH vor.

Der eTank – der saisonale Wärmespeicher für Gewerbe und die Wohnungswirtschaft

Die zweite Lösung nutzt einen innovativen Erdwärmespeicher, den sogenannten eTank, um Sonnenstrom und Sonnenwärme saisonal zu speichern und im Winter verfügbar zu machen. Axel Popp, Geschäftsführer von die matrix GmbH, Hersteller des eTanks, stellt die Einsatzmöglichkeiten am Beispiel von verschiedenen Projekten aus der Wohnungswirtschaft vor, wie. z.B. der Märkischen Scholle eG, wo 840 Wohneinheiten saniert und jetzt mit vollständig mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Gleichzeitig konnten die Versorgungskosten von 1,50 EUR/m2 auf 0,35 EUR/m2 gesenkt werden.

Jörg Wohlust von den Badischen Energiesystemen GmbH, einem Projektierer aus Freiburg, stellt die Projektplanung für ein Gewerbeunternehmen vor, wo insgesamt acht eTanks in einer Kaskade in Kombination mit Photovoltaikanlage und Wärmepumpe betrrieben werden.

Echt autark – Das Energiemanagement des ersten energieautarken Mehrfamilienhaus der Welt

Der Winter 2016/2017 war außergewöhnlich hart in der Schweiz. Allein der Januar war einer der kältesten seit 30 Jahren und gleichzeitig der sonnenärmste seit 20 Jahren. Ein echter Härtetest für das erste autarke Mehrfamilienhaus der  Welt- und das gleich im ersten Winter. Denn das Haus verfügt über keinen Netzanschluss und keine Erdgasleitung. Auch kein Holzofen steht für den Notfall bereit. Strom und Wärme werden ausschließlich über Sonnenenergie und Erdwärme gewonnen. Echt autark eben.

Wie das Haus den ersten Winter gemeistert hat und ob die Mieter ihren Verbrauch einschränken mussten, das erläutert Ihnen Roland Zwingli am vor Ort im Rahmen eine Führung durch das Gebäude. Roland Zwingli ist der Entwickler des Energiemanagementsystms des Gebäudes. Es gibt wohl keinen, der so im Detail versteht, wie  Photovoltiak-Anlagen, Batteriespeicher, Brennstoffzelle, Wärmepumpe und saisonaler Wärmespeicher zusammenarbeiten müssen, um ganzjährig neun Mietparteien mit Strom, Wärme und Elektromobilität zu versorgen.

Wir konnten ihn gewinnen, uns exklusiv die technischen und die verbraucherbezogenen Herausforderungen des Projekts im Rahmen einer Führung zu erläutern und sich im Anschluss allen Fragen zu stellen.

Marco Schmidt von Pfenning Elektroanlagen hat den Batteriespeicher für das Objekt projektiert. Er stellt das Energiekonzept vor und erläutert welche technischen Herausforderungen bereits in der Planung gemeistert werden müssen, wenn ein Haus mit den Geräten von 9 Wohneinheiten inkl. Ladesäule ohne Stromnetz versorgungssicher betrieben werden soll.

Dietmar Geckeler von schäffler sinnogy erläutert, wie Brennstoffzellen für die saisonale Energiespeicherung genutzt werden können.

Plus: Neues Förderprogramm für kalte Wärmenetze und Wärmespeicher
Besonders interessant sind die Lösungen, weil in wenigen Wochen ein neues Förderprogramm veröffentlicht wird, das sogenannte „kalte Wärmenetze“ und saisonale Wärmespeicher mit 40 % – 50 % der Investitionskosten fördert. Damit eröffent sich sich ein großes Potential für neue Geschäftsmodelle bis hin zur festpreis-garantierten Warmmiete.

Intensiver fachlicher Austausch

Neben den Vorträgen bietet das Anwenderforum wie gewohnt wieder viel Raum für die Vernetzung unter den Teilnehmern. Die Teilnehmeranzahl ist allerdings begrenzt, am ersten Tag auf 30 und am 2. Tag auf 14 Teilnehmer.