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Mieterstrommodell mit Vorbildfunktion

Für ihr Mieterstrommodell haben die Stadtwerke Heidelberg den Deutschen Solarpreis 2018 in der Kategorie „Städte, Gemeinden, Landkreise, Stadtwerke“ erhalten. Am Samstag, den 14. Oktober, wurden die Gewinner in der Villa Media in Wuppertal bei einer feierlichen Preisverleihung ausgezeichnet.

Als „Vorreiter und Weichensteller für eine ökologisch und ökonomisch attraktive Stromversorgung für Mieter“ wurden die Stadtwerke Heidelberg auf der Gala vorgestellt und geehrt. Prof. Peter Droege, Präsident von EUROSOLAR e.V., betonte die Vorreiterrolle der Preisträger und rückte das Prestigeprojekt damit ins Licht der Öffentlichkeit.

Solarstrom vom eigenen Dach

Im Rahmen eines Neubauprojekts der Baugenossenschaft Neu Heidelberg eG entwickelten die Stadtwerke Heidelberg Umwelt ein innovatives Energiekonzept. Dafür installierten Sie auf den Dächern von drei Mehrfamilienhäusern Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 30 kWp. Die Modulfläche auf den Hausdächern umfasst 200 m2.

Der daraus gewonnene Strom steht den Mietern für Ihre Versorgung zur Verfügung. Ein Batteriespeicher sorgt dafür, dass sie den maximalen Anteil des erzeugten Solarstroms auch selbst verbrauchen können. Der Strom, den die eigenen PV-Anlagen nicht abdecken, stammt als zertifizierter Ökostrom aus dem öffentlichen Netz.

Preismodell motiviert zu bewusstem Verbrauch

Eine besondere Motivation zur Nutzung des selbsterzeugten Stroms stellt das zweiteilige Tarifmodell dar: Die Stromkosten für die Mieter setzen sich aus den Kosten für den eigenen Solarstrom und den Kosten für den extern bezogenen Ökostrom zusammen. Als Anreiz ist der Tarif für den Strom vom Dach günstiger als der für Netzstrom.

Alle 15 Minuten werden die Messwerte bilanziert, sodass der Solar- und Batteriestrom gesetzeskonform und fair zugewiesen werden. Über Online-Monitoring und eine App können die Mieter den Stromverbrauch der einzelnen Parteien einsehen und dadurch ihr Verbrauchsverhalten an die Stromerzeugung anpassen, um Stromkosten zu sparen.

Modellprojekt mit Bitte zur Nachahmung

Schon seit 2 Jahren ist das Modell auf dem Markt und damit länger als der rechtliche Rahmen in Kraft ist. Die Besonderheit bestehe laut EUROSOLAR darin, dass die Endkunden selbst zur Energiewende beitragen. Damit hätten die Stadtwerke Heidelberg ein Vorbildprojekt für andere Stadtwerke geschaffen und „den Grundstein für weitere Mieterstrommodelle gelegt.“

Die Freude bei den Preisträgern war natürlich groß. „Wir freuen uns sehr über diese Würdigung unseres Mieterstrommodells, denn wir sind überzeugt davon, dass es eine wichtige Rolle übernehmen kann, um die Energiewende hin zu mehr Erneuerbaren Energien und dezentralen Strukturen voranzubringen“, erklärte Felix Gudat, Leiter des Geschäftsfeldes Regenerative Energien.

Über den Deutschen Solarpreis

Seit 1997 zeichnet der EUROSOLAR e.V. mit dem Deutschen Solarpreis Gemeinden, Unternehmen, Vereine, Organisationen, Genossenschaften und Einzelpersonen aus, die mit ihren Projekten die Energiewende vorantreiben. Eine Jury entscheidet über die Gewinner in den neun Kategorien. In diesem Jahr war die EnergieAgentur.NRW Mitveranstalter.

Foto: EnergieAgentur.NRW, Originalbild