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solbat-partner FENECON gewinnt den energy award 2016

Der Speicherlieferant FENECON hat für sein innovatives Energiepartnermodell den diesjährigen energy award 2016 in der Kategorie Smart Home gewonnen. Als erster Hersteller hat FENECON seine Stromspeicher konsequent nach dem Vorbild der Smartphones aufgebaut und für den kombinierten Betrieb entwickelt. Auf der Hardware läuft eine Firmware, die die Entwicklungs-und Anwendungsplattform für verschiedenste Applikationen bietet. Viele bekannte Smart Home Lösungen können direkt eingebunden werden. Für Smart Home Lösungen agiert der Stromspeicher als Datenlieferant,  bei Ladesäulen, Heizstäben, Wärmepumpen und Anlagen übernimmt der Stromspeicher eine aktive Managementrolle.

Die energy award Nominierung

Live von der Preisverleihung in Berlin

Das Fenecon -Energiepartnermodell

Projektziel

Energieversorger werden durch netzstützenden Betrieb der intelligenten Stromspeicher Ihrer Kunden zu langfristigen Energiepartnern. Kunden profitieren durch günstigen Strom und Bürokratiefreiheit. Dezentrale Energiespeicher stellen eine Bedrohung für die Energiewende dar, wenn sie lediglich dazu dienen, PV-Eigenverbrauch zu erhöhen, jedoch Einspeisung und Bezug unkontrolliert und unplanbar laufen. Im FENECON-Energiepartnermodell werden die Speichernetzdienlich betrieben und die daraus generierten Einnahmen auf der Stromrechnung gutgeschrieben. Im virtuellen Kraftwerk vernetzt übernehmen dezentrale Anlagen so Verantwortung für die Netzstabilität. EVU werden zu Partnern auf Augenhöhe.

Geschäftsmodellinnovation

Im Energiepartnermodell werden die entstandenen Gräben der Energiewende überwunden: Energiepartner poolen die Flexibilität der PV-Stromspeicher ihrer Kunden und vermarkten sie an den Regelenergie-und Energiemärkten. Aus den erzielten Einnahmen und Einsparungen werden den Kunden kostenlose Freistromkontingente angeboten. Somit können Kunden ihre Stromkosten auf bis zu Null reduzieren. Die Bürokratie im Zusammenhang mit dem Anlagenbetrieb wird minimiert. Die netzschädlichen unkontrollierten Überschusseinspeisungen werden ebenso wie der Reststrombezug durch vorgezogene Speicherbeladung aus dem Netz marktkonform integriert. Im Ergebnis entsteht eine langfristige Partnerschaft und enge Bindung des (lokalen) Versorgers mit seinen Kunden. Es steht nicht mehr die Versorgung, sondern die Energiedienstleistung im Vordergrund. Der Kunde erreicht die gewünschte „Stromkosten-Autarkie“ durch bis zu 75% eigener Autarkie in Verbindung mit dem Stromkontingent für Netzdienlichkeit.

Revolutionierung der Branche

Im Energiepartner-Modell werden Einnahmen konsequent zu Einsparungen. Während bisherige PV-Eigenverbrauchsmodelle darauf basieren, durch Überschusseinspeisung gem. EEG Einnahmen zu erzielen, die die Reststromkosten weitgehend decken, vereinen sich Einspeisung, Bezug und Flexibilitätsnutzung hier zu einem integrierten Modell. Die Bürokratie im Zusammenhang mit der Anlage, also Umsatzsteuer, Einkommensteuer, EEG-Vergütung… entfällt bzw. wird durch den Energiepartner so abgewickelt, dass möglichst wenig Aufwand beim Kunden verbleibt – damit werden wichtige Hürden abgebaut. Der Energiepartner übernimmt die wichtige Rolle des „(regionalen) Flexibilitätsmanagers“ anstatt eines reinen „Reststromlieferers“. In dieser Rolle ist er zukunftsfähig aufgestellt und erzielt durch die gewährten Freistromkontingente eine langfristige Kundenbindung. Dezentrale Anlagen können „Must-Run-Kapazitäten“ und Netzausbaumaßnahmen ersetzen und deren Einnahmen übernehmen – ohne neue Subventionen.

Auswirkung der Digitalisierung auf das Projekt / Neue Erkenntnisse

Das Modell basiert auf der Digitalisierung der Energieversorgung. Die Stromspeicher werden über gesicherte Mobilfunkverbindungen zu virtuellen Kraftwerken zusammengefasst, die an den Leitständen wie extrem flexible Großkraftwerke agieren können. Damit ist der Stromspeicher beim Kunden die zentrale Flexibilität. Durch Einbindung des lokalen Energiemanagementsystems für Erzeuger-und Laststeuerung kann weitere Flexibilität gehoben und entsprechend vermarktet werden. Damit brauchen nicht mehr viele kleine Einheiten jeweils separat angebunden werden, sondern folgen dem zentralen Kanal über den Stromspeicher. Aktuell wird der Markt für Primärregelleistung (Frequenz) bedient. In weiteren Schritten sollen jedoch auch Spannungshaltung bzw. Blindleistungsbereitstellung, Peak-Shaving, Phasenunsymmetrie-Ausgleich, Schwarzstartfähigkeit uvm. vermarktet werden. Die Basis hierfür sind die Daten aus dem Betrieb vieler dezentraler Anlagen und daraus generierte Geschäftsmodelle und Abrechnungsmodelle.

Innovationsgrad des Smart Home Gesamtsystems (insb. in der Interaktion)

FENECON hat als erster Hersteller seine Stromspeicher konsequent nach dem Vorbild der Smartphones aufgebaut. Während andere Hersteller mit proprietärer Software zur Eigenverbrauchserhöhung arbeiten und mit den Stromspeichern lediglich lokal und hinter dem Zähler agieren, sind FENECON Stromspeicher für den kombinierten Betrieb entwickelt. Auf der Hardware von BYD läuft die FENECON-Entwicklung „FEMScore“ als Firmware, die die Entwicklungs-und Anwendungsplattform für verschiedenste Applikationen bietet. Viele bekannte Smart Home Lösungen können über Bindings direkt eingebunden werden. Hier agiert der Stromspeicher meist als Datenlieferant für die Intelligenz der Smart Home Lösung, während bei Lasten wie Ladesäulen, Heizstäben, Wärmepumpen usw., sowie Erzeugern wie DC-PV-Anlagen und BHKWs der Speicher eine aktive Managementrolle einnimmt und deren Steuerung übernimmt. Dabei steuert sich der Speicher selbstständig und selbstlernend. Die Nutzer können per App jedoch jederzeit übersteuern.

Energiebilanz

Mit Installation einer Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlage erzielen Kunden meist Autarkiegrade von ca. 30%. Mit einem Stromspeicher lassen sich diese auf ca. 65% steigern. Darüber hinaus sind größere Batterien meist nicht mehr wirtschaftlich darstellbar. Durch intelligentes und selbstlernendes Energiemanagement erreichen wir mit unserem FEMS bei vielen Kunden weitere ca. 10%, so dass eine lokale Autarkie von bis zu 75% erreicht wird. Mit gepoolter PRL können pro Speichersystem (Pro 9-12 mit 9 kW Wechselrichter-Leistung) ca. 300 bis 400 € pro Jahr erzielt werden. Der Energiepartner kann diese für 1000 bis 1500kWh Freistrom-Kontingent einsetzen, so dass der Kunde in vielen Fällen annähernd stromkostenfrei wird. Da die Anlagen nun ohnehin im Pool einfach angesteuert werden können, kann der Energiepartner bei negativen Strompreisen die Anlagen seiner Kunden auch vorab beladen und damit den späteren Verbrauch bedienen.

Integration mehrerer Funktionalitäten und/oder Systeme

Hierfür hat FENECON das vielbeachtete „Smartphone-Konzept“ für Stromspeicher entwickelt und umgesetzt. Unsere Speicher-Firmware bietet eine Applikations-Umgebung für Anwendungen wie PRL (Ampard-App), lokale Optimierung (Alpiq-App), Einbindung in virtuelle Kraftwerke für reine Energieanwendungen = ohne präqualifikationsvorgaben (GridSystronic-App), Wärmepumpen-Einbindung (SG-Ready-App) und viele weitere. Die Apps können jederzeit -auch nachträglich installiert werden. Wie bei Smartphones werden sie durch die Firmware untereinander koordiniert und priorisiert. Wir halten es für entscheidend für eine erfolgreiche Energiewende, dass die Speicher auch später ihren Betrieb anpassen können und insb. nicht gegen sondern für das Netz arbeiten.

Übertragbarkeit auf andere Anwendungen

Das Konzept wurde aus der Erfahrung mit großen Stromspeicherkraftwerken abgeleitet, die im Netz andere Aufgaben wahrnehmen, als lokale PV-Batteriespeicher. Mit der Erkenntnis, dass viele Geschäftsmodelle auch parallel zu typischen Eigenverbrauchsanwendungen funktionieren, haben wir eine dezentrale Plattform realisiert, um die Basis-Speichersteuerung durch externe Befehle netz-bzw. marktdienlich zu überlagern. Im nächsten Schritt gilt es nun, weitere Flexibilitäten einzubinden bzw. Informationen mit Hausautomatisierungssystemen und Heizungssystemen und bidirektionalen Elektrofahrzeugen auszutauschen. Unsere Plattform wurde auf OpenSource-Basis entwickelt und steht allen Partnern für die Übernahme bzw. Weiterentwicklung offen.

Beitrag zur Interoperabilität der Systeme

Datenerhebung und Datenaustausch sind die Basis zur optimierten Interoperabilität. Während für Stromanwendungen der Stromspeicher Daten empfängt bzw. über Messungen generiert und darauf basierend ein Gesamtbild der lokalen und poolingfähigen Flexibilität generiert, darf das System natürlich nicht in die „Wohlfühlzone“ des Kunden eingreifen. Daher werden über standardisierte Bindings (Open-HAB, Eclipse Smarthome, KNX,…) Informationen für Hausautomatisierungssysteme als übergeordnete Entscheidungsträger generiert und die daraus getroffenen stromrelevanten Entscheidungen wiederum für die Optimierung eigener Forecasts im System aufgegriffen. Damit unterscheiden sich die FENECON-Stromspeichersysteme massiv von klassischen PV-Batterien, die lediglich bei gemessener Einspeisung eine Ladeaktion und bei Strombezug eine Entladeaktion ausführen, um in beide Richtungen den Zähler langsamer drehen zu lassen.

Quelle: Projektbüro Handelsblatt Energy Awards